Fru Björks öden och äventyr oder Die Rache der unsichtbaren Frau
(Frau Björks Schicksal und Abenteuer)

Ihr ganzes Leben lang war Frau Björk lieb, rücksichtsvoll und immer darauf bedacht, für ihren Mann und ihre Kinder da zu sein, sobald sie sie brauchen. Ein Leben lang hat sie sich von ihrem Mann zurecht weisen lassen und es mit einem "Ach, was bin ich auch dumm" entschuldigt. Doch eines schönen Sonntags im November hat sie genug von ihrem langweiligen Hausfrauen-Dasein, ihrer langweiligen Ehe und ihrem langweiligen Mann. Bereits am nächsten Morgen schreibt sie einen Abschiedsbrief, packt ihre Taschen und macht sich auf den Weg nach Rom. Einmal die Spanische Treppe zu besichtigen, ist Frau Björks größter Wunsch. Und sie bekommt die Chance, ihr Leben auf Herz und Nieren zu überprüfen.

Doch einmal in Rom angekommen, ist nichts so, wie es sich Frau Björk vorgestellt hat. Statt das italienische Leben zu genießen, grübelt sie tagein, tagaus über ihr eigenes Leben und darüber, was schief gelaufen ist. Schnell kommt sie zu der Einsicht, dass sie ihr ganzes Leben lang betrogen worden ist. Man hatte ihr alles versprochen, doch man gab ihr nichts. Sie beschließt, nach Schweden zurückzukehren und ihr Recht einzufordern.

Vivian Björk fühlt sich vor allem von Börje hereingelegt und verraten. Börje war ihre große Liebe, der ihr das Blaue vom Himmel versprochen, doch nichts gehalten hat. Im Gegenteil, er hat sie verlassen. Herr Björk war nur ein Ersatz für Börje, denn Herr Björk war da, als Vivians Welt in tausend Stücke zerbrach, nachdem Börje sie verlassen hatte. Herr Björk ist nichts für Vivian - ihn vermisst sie nicht. Vielmehr ist es Börje, an den sie ständig denken muss und an dem sie sich schließlich rächen will.

Fru Björks öden och äventyr beginnt zögerlich, wie es Vivians Charakter und ihrem seelischen Zustand zu Beginn der Geschichte entspricht, doch nach und nach nimmt Vivian und damit die Erzählung an Fahrt auf. Dabei schafft es Jonas Gardell immer wieder wie kein anderer, Melancholie, Tragik und Humor so konsistent miteinander zu vereinen, dass man nicht weiß, ob man nun lachen oder weinen soll. Unter dem leicht sprudelnden Tonfall lauert immer schon die tiefere Tragik, die einen beim Lesen mehr und mehr ergreift. Ein Buch, das traurig wie hoffnungsvoll und fröhlich zugleich stimmt - und das nicht nur Leserinnen jenseits der Vierzig!