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Majgull Axelsson - Die Stimme der Stimmlosen
Majgull Axelsson, Journalistin und Schriftstellerin, wurde 1947
in Landskrona geboren. Aufgewachsen ist sie in Nässjö.
Heute wohnt sie mit ihrem Mann Jan, Chef bei SVT Nyheter, in
Stockholm. Zusammen haben sie zwei Söhne.
Majgull Axelsson ist mit Haut und Haaren Journalistin und hat
es sich zur Aufgabe gemacht, den Schwächsten eine Stimme
zu verleihen. So in ihrem 1989 erschienen Roman Rosarios Geschichte,
ein erschütternder Roman über Kinderprostitution auf
den Philippinen. 1991 folgte ein Reportagebuch über Straßenkinder
in Lateinamerika: De dödar oss (Sie töten uns).
1994 debütierte sie mit ihrem ersten schönliterarischen
Werk Långt borta från Nifelheim (Deutsch: Der gleiche
Himmel). Ihren großen, literarischen Durchbruch aber schaffte
sie 1997 mit Aprilhäxan (Deutsch: Die Aprilhexe). Für
diesen Roman erhielt sie den äußerst prestigeträchtigen
Augustpriset. Der Roman handelt von Desirée, 45 Jahre,
spastisch gelähmt und Epileptikerin. Ihren Körper
kann Desirée nicht kontrollieren, ihren Geist dafür
aber umso mehr. Desirée hat drei Geschwister: Christina,
Birgitta und Margareta. Alle drei versuchen sich mehr oder weniger
erfolgreich einzureden, sie seien glücklich im Leben. Ein
Brief von Desirée konfrontiert die Frauen mit ihrer gemeinsamen
Vergangenheit und sich selbst. In Aprilhexe beschreibt Majgull
Axelsson, welche Strategien die Frauen im Folkhemmet Schweden
der Nachkriegszeit entwickelt haben, um glücklich zu werden.
Aber der Roman zeigt auch Menschen in ihrer ganzen menschlichen
Schwäche - und Stärke. Ein Roman überdies, der
zwischen der objektiv wahrnehmbaren Welt und der subjektiv wahrnehmbaren
Zwischenwelt pendelt und damit den Leser herausfordert, sich
auf das Nicht-Sichtbare dieser Welt einzulassen.
2000 erschien der Roman Slumpvandring (Deutsch: Augustas Haus),
eine schwedische Version von Isabel Allendes Das Geisterhaus.
Wie schon in Aprilhexe bricht Majgull Axelsson auch hier die
Grenze zwischen Leben und Tod, zwischen Heute und Gestern auf
und beschreibt mit suggestiver Kraft das Schicksal dreier Frauengenerationen
und ihrer Suche nach Liebe und einem selbstbestimmten Leben.
Zuletzt erschien 2004 von ihr Den jag aldrig var (Die ich niemals
war). Protagonistin ist MaryMarie, und nicht nur der Name ist
doppelt. Den jag aldrig var spielt zwei Romanhandlungen gegeneinander
aus; MaryMarie hat ihr lebenlang zwei Identitäten besessen.
Während Mary die Klassenreise geschafft in die Chefredaktion
eines Abendblatts geschafft hat, hat Marie den äußersten
Schritt getan und ihren notorisch untreuen Ehemann Sverker ermordet.
Der Roman pendelt zwischen diesen zwei Perspektiven, zwischen
diesen beiden Identitäten und lockt die Leser so in das
existentielle und ethische Dilemma der Protagonistinnen MaryMarie.
Den jag aldrig var erzählt in der Majgull Axelsson eigenen
suggestiven Sprache von Schuld und Sühne, von der Suche
nach Identität, Liebe und Freundschaft.
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