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Wer sind wir?
Den jag aldrig var (Die ich niemals war), Majgull Axelssons
neuester Roman, erschien 2004 und ist vom Nordiska rådet
für den Literaturpreis 2005 nominiert.
Der Roman handelt von MaryMarie, einer
Frau mit zwei Identitäten. Während Mary die
Klassenreise von ganz unten hinauf über die Chefredaktion
eines großen Abendblattes bis zum Regierungsmitglied geschafft
hat, riskiert Marie das Äußerste und tötet ihren
notorisch untreuen Mann Sverker. Der stürzte bei einem
Besuch bei einer Prostituierten aus dem Fenster und brach sich
den Nacken. Seitdem liegt er Jahr für Jahr angeschlossen
an eine Beamtungsmaschine - bis er stirbt. Mary pflegt ihn pflichtbewusst,
Marie tötet ihn und wird zu einer Gefängnisstrafe
verurteilt.
Majgull Axelssons Spiel mit doppelten
Identitäten lockt die Leser in das existentielle und ethische
Dilemma der Protagonistinnen. Als Politikerin kann Mary
Begnadigungen aussprechen, als betrogene Ehefrau kann Marie
nicht verzeihen. Sie kann nicht vergessen, was sie vergessen
sollte, nicht aufhören, das zu betrauern, was sie betrauert,
nicht aufhören, das zu verabscheuen, was sie wirklich verabscheut.
Majgull Axelsson zeichnet in Den jag aldrig var ein Porträt
des Gegenwartsmenschen, der innerlich immer mehr zerreißt
und unvermögen ist, ein ganzes, zusammenhängendes
Leben zu leben.
Wichtigste Vokabel ist das Wörtchen "wenn", das
die Handlung vorantreibt. Die Frage, wer MaryMarie eigentlich
ist und was tatsächlich passiert ist, macht den Roman zu
einem spannenden und ungewöhnlichen
Leseerlebnis.
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