Von A bis Å auf Schwedisch eingestellt

Als germanische Sprache ist das Schwedisch mit dem Deutschen und Englischen verwandt. Einige Beispiele verdeutlichen dies:

Englisch Deutsch Schwedisch
"house" "Haus" "hus"
"sister" "Schwester" "syster"
"father" "Vater" "fader"
"mother" "Mutter" "moder"

Die gesprochene und geschriebene Hochsprache Schwedisch ist "riksspråket" und basiert auf den Dialekten in Mittelschweden, also den Gebieten nördlich, westlich und südlich des Mälaren, dem Seegebiet um Stockholm.

Insgesamt sind die dialektalen Ausprägungen der schwedischen Sprache geringer als die ihrer Verwandten in Norwegen und Dänemark, doch insbesondere das Süd-Schwedische der Landschaft Skåne und das auf Gotland gesprochene Gutamål sind hervorzuheben.

Das Gutamål gilt als Abkömmling der Gotischen Sprache, wird heute jedoch als schwedischer Dialekt gezählt, aufgrund der Dominanz des Schwedischen im Unterricht seit 1645, dem Jahr, in dem Gotland wieder Schweden zugeschlagen wurde.

Die gotische Sprache weist dänische, plattdeutsche, slawische und baltische Einflüsse auf.

Das Südschwedische mit der Landschaft Skåne als Zentrum kennt kein Zungen-
spitzen-r wie das Hochschwedische, sondern nur ein hinteres, so genanntes Zäpfen-r, wie es fast überall auch in Deutschland gesprochen wird. Das Südschwedische erinnert von Satzmelodie und Tonfall stark ans Dänische - bis 1658 waren weite Teile Skånes, Blekinges und Hallands unter dänischer Herrschaft. Die Melodiebewegungen, die so charakteristisch für das Schwedische sind, sind geringer; die Südschweden "singen" weniger als ihre Landsleute in den übrigen Landesteilen.

Doch nicht nur in Schweden wird schwedisch gesprochen. Auch in Finnland und auf den Åland-Inseln wird Schwedisch gesprochen; etwa 300.000 Menschen in Finnland haben Schwedisch als Muttersprache und das Schwedische ist neben Finnisch offizielle Sprache Finnlands.

Auch das Finnland-Schwedische "singt" weniger als das Hochschwedische und klingt "gleichförmiger". Häufig wird auch das "t" des bestimmten Artikels oder des Partizips am Ende weggelassen ("språke" statt "språket").

Für vieles gibt es speziell finnlandschwedische Wörter, die häufig dem Finnischen entlehnt sind, z.B. "kiva" für "gut" statt Schwedisch "bra".

Insgesamt wird Schwedisch von rund 10 Millionen Menschen gesprochen.

Charakteristisch für das Schwedische ist vor allem der Buchstabe "å" (wie deutsches "o" ausgesprochen), der neben dem Ä und Ö ein eigenständiger Buchstabe im Alphabet ist - das schwedische ABC hat also drei Buchstaben mehr als das deutsche!

Zu beachten ist auch, dass einige Buchstaben ihre Aussprache verändern, wie z.B. das K und G vor weichen Vokalen. Dann wird K wie "ch" und G wie. "j" ausgesprochen. Also: "Jöteborj" statt "Göteborg" und "Linchöping" statt "Linköping".

Besonders schwierig zu lernen sind auch die verschiedenen schwedischen "sch"-Laute, die für verschiedene Buchstabenkombinationen stehen können. Einige Beispiele:
"sju" ("sieben"), "skinka" ("Schinken"), "skärgården" ("Schären"), aber auch "information" ("Information"). Man kann sj-, ski-, skä-, -ation usw. wie ein deutsches "sch" aussprechen, allerdings hat man sich dann in der Regel als Deutscher oder Nicht-Schwede sofort geoutet. Besser ist es diese Leute tiefer im Rachen zu bilden und wie eine Mischung zwischen "ch" und "sch" klingen zu lassen, was nur im Unterricht von Angesicht zu Angesicht zu vermitteln und zu üben ist. "Information" kann also ungefähr wie "informaschon" oder - besser - wie "informachuhn" klingen.

Besonders charakteristisch ist auch das dunkle - skandinavische, nicht nur speziell schwedische - "a". Das Schwedische "a" kann wie ein deutsches ausgesprochen werden, z.B. in "kan". Häufig wird es aber auch sehr dunkel ausgesprochen wie in "tillbaka" (zurück). Hier klingt das "a" fast wie ein "o". Auch das ist nur im "Live-Unterricht" durch stetes Üben zu lernen.

Auch an den Lauten "y" und "u" kann man schnell als Deutscher identifiziert werden, weil das "y" sich zwar wie ein "ü" für deutsche Ohren anhört, es aber tatsächlich eine Mischung aus dem deutschen "ü" und "i" ist. Das schwedische "u" dagegen ist ein Mischlaut aus dem deutschen "ö" und "ü". Da beide Laute im Deutschen keine Entsprechung haben, der Deutsche also auch keinen Unterschied hört, sondern immer nur "ü", kann er die Laute auch in der Regel für schwedische Ohren nicht Hundertprozent richtig imitieren und fällt daher spätestens beim obligatorischen "Tack så mycket" (Tack so mücke - Vielen Dank) oder "Tusen tack" (Tüsen tack - Tausend Dank) als Deutscher auf.

Nicht ohne Klippen ist auch das schwedische "o", das mal als "o", mal als "u" ausgesprochen wird. Anders als bei den Buchstaben G, K, SK, SKJ, SJ, SCH usw. gibt es dafür nämlich keine festen Regeln, muss also von Fall zu Fall gelernt werden.

Weitere Informationen zu Grammatik, Deklination, Komparation und Syntax des Schwedischen finden Sie hier.

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Literatur:
Kompaktgrammatik Schwedisch, Stuttgart/Dresden: Klett Verlag für Wissen und Bildung, 1995.