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Vertrauen, Verständnis und Verlässlichkeit
Vor allem in der Frühphase der PR-Theorienbildung dominieren
sog. definitorische Ansätze, die vor allem aus der Praxis
heraus argumentierten und denen es primär um die Klärung
des Begriffs und des Aufgabenfeldes von PR ging.
Ein wichtiger Name ist in diesem Zusammenhang Albert Oeckl,
der den Begriff "Öffentlichkeitsarbeit" ab den
1950er-Jahren parallel zum anglo-amerikanischen Begriff der
Public Relations benutzte. Seinem Verständnis nach sind
PR "das bewusst geplante und dauerhafte Bemühen, gegenseitiges
Verständnis in der Öffentlichkeit aufzubauen und zu
pflegen".
Auch Carl Hundhausen sieht das Ziel von PR vor allem darin,
Vertrauen in der Öffentlichkeit herzustellen und die Öffentlichkeit
über das Unternehmen und seine Ziele zu unterrichten.
Daneben gibt es den Ansatz, PR als Instrument des Marketing
zu sehen. Hier ist PR nurmehr Teil des so genannten Marketing-Mixes,
bestehend aus der Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik.
Zur Kommunikationspolitik zählen neben der PR die (klassische)
Werbung und die Verkaufsförderung (Vkf, Sales Promotion)
und das Direkt-Marketing.
In diesem Marketing-Verständnis von PR hat PR vor allem
die Aufgabe der Absatzförderung. PR-Mitarbeiter werden
hier häufig auf die Rolle des PR-Technikers, der Pressemitteilungen
zu Produktinnovationen schreibt, reduziert. Ihm kommt nur eine
Funktion innerhalb der Umsetzung, jedoch nicht im Bereich Planung
und Steuerung, zu.
Die Grunig/Hunt-Definition von PR macht dagegen deutlich, dass
der PR in der Unternehmenskommunikation eine strategisch ausgerichtete
Rolle zukommt und sie als Teil des Managements begriffen werden.
Der PR'ler berät hier das Management in allen Fragen der
Kommunikation.
Hier stehen also nicht primär und ausschließlich
absatzpolitische Interessen im Vordergrund, sondern PR hat hier
die Aufgabe, die Akzeptanz des gesamten Unternehmens (und seiner
Produkte oder Dienstleistungen) zu erhöhen.
PR vermittelt somit die Identität, die Ziele und Interessen
eines Unternehmens oder einer Organisation und erklärt
deren Handeln und Verhalten. So sorgt PR für Vertrauen
und Akzeptanz in die Unternehmensführung. Damit leistet
PR einen wesentlichen Teil zur Bestandserhaltung eines Unternehmens.
Im idealtypischen Fall verläuft die Kommunikation dabei
dialogisch, d.h. symmetrisch mit wechselseitigem Verständnis
zwischen dem Unternehmen auf der einen und seinen (Teil-)Öffentlichkeiten
auf der anderen Seite. Die Kommunikation ist dann ausgewogen,
denn die kommunikativen Botschaften werden nicht mehr nur einseitig
verteilt. Die Rolle von Sender (Unternehmen) und Empfänger
(Öffentlichkeiten) wechselt.
PR, das ist eben auch Kommunikation von Menschen für Menschen
und mit Menschen.
Literatur:
Claudia Mast, Unternehmenskommunikation. Ein Leitfaden. Stuttgart:
Lucius und Lucius, 2002.
Horst Avenarius, Public Relations. Die Grundform der gesellschaftlichen
Kommunikation. Darmstadt: Primus-Verlag, 2000, 2. überarbeitete
Auflage.
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